10. Mai, Füssen, Eisstadion - Setlist
1. Blitzkrieg Bop
2. Sonntag im Zoo
3. Opel-Gang
4. Call of the Wild
5. Lesbische, Schwarze Behinderte
6. Schön Sein
7. Liebeslied
8. Abitur
9. 1000 Gute Gründe
10. Wofür man lebt
11. Paradies
12. All die ganzen Jahre
13. Unsterblich
14. Raise Your Voice
15. Warum werde ich nicht satt
16. Böser Wolf
17. Alles ist Eins
18. Pushed Again
19. Wünsch Dir was
20. Container-Lied
21. Niemals einer Meinung sein
22. Bonnie & Clyde
23. Helden und Diebe
24. Should I Stay or Should I Go
25. Bayern
26. Jägermeister
27. Auld Lang Syne
28. Seelentherapie
29. Hang on Sloopy
30. Bis zum bitteren Ende
31. Schönen Gruss
32. Entschuldigung
33. Hier kommt Alex
34. Alles aus Liebe
35. Walk on
Die Magdeburger Volkstimme über das Konzert
Campino entschuldigte sich zum Auftakt der Deutschland-Tour, "Vielleicht gibt's was zu lachen, beim ersten Mal geht ja manchmal etwas schief", düsseldorferte er ins Rund des Füssener Eisstadions. Die Toten Hosen waren schon früher einmal in diesem bayerischen Städtchen am Fusse der noch schnee-bestrichenen Allgäuer Alpen, bekanntes Terrain also.
Als Appetithäppchen servierten die Hosen "Sonntag im Zoo". Das neue Stück wurde vom Publikum noch verhalten aufgenommen. Doch spätestens als Campino & Co zum Staatsverdrossenheitssong "1000 gute Gründe" ansetzten, gab es auf der abgedeckten Eisfläche mindestens so viel Bewegung wie bei den Spielen des Eishockey-Clubs EV Füssen - Bodychecks inklusive.
Auf der Bühne ging es zunächst gesitteter zu. Vor einer stoffbezogenen Riesenwand, deren Fetzen im Gebläse wogten, liess es Campino zunächst bei Dehnübungen bewenden. Dennoch dauerte es nicht lange, bis die ersten Fans Kopf nach unten zur Bühne durchgereicht wurden. Der Sänger belohnte die Einlagen des Auditoriums mit Dosenbier vom Rhein, nicht ohne die Aufforderung nachzureichen, "Schluck nehmen, weitergeben!" - man weiss halt, wo man herkommt und für was man steht.
Das spiegelt sich auch in der Personalpolitik der Hosen wieder. Nach drei Bandscheibenvorfällen fehlt Schlagzeuger Wölli. Als Ersatzmann kam Ex-Roadie Vom Ritchie. Der Neue bestand seine Feuertaufe.
Dass die Gemeinde der Anhänger inzwischen ein Altersspektrum von zehn bis fünfzig Jahren hat, ist ein weiteres Phänomen. Die Mutti lässt zu "Alles aus Liebe" das Feuerzeug leuchten, der Sohn stampft und klatscht zu "Hier kommt Alex". Kurz danach schunkeln sie zusammen bei "Wünsch Dir was".
Campino hat einmal in einem Interview gesagt, er wünsche sich, mit dem Älterwerden nicht an Charisma zu verlieren. Bis jetzt klappt das ganz gut!
(Magdeburger Volksstimme v. 15.05.2000)
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