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Dokumente, Lobeshymnen und Verrisse:

Die Spur, die die Toten Hosen in Magazinen und Zeitschriften hinterlassen haben.

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Würden Sie zu Bayern gehen? (Süddeutsche Zeitung vom 11.12.1999)

Reaktionen auf ein Lied der "Toten Hosen" über den Fußballclub

Aufregung bei den Fans des FC Bayern. Die Toten Hosen (eingeschworene Fortuna-Düsseldorf-Fans) haben auf ihrer aktuellen CD "Unsterblich" ein Stück namens "Bayern". Die letzte Zeile sagt alles über den Inhalt dieses Songs: "Was für Eltern muss man haben, um so verdorben zu sein, einen Vertrag zu unterschreiben bei diesem Scheißverein." Grund genug also, sich bei ortsansässigen Künstlern umzuhören.

Hans Söllner (Liedermacher und Sechziger-Fan):
Mir wäre es lieber, sie hätten sowas über Beckstein geschrieben oder über die CSU. Ich tät' kein Lied über Fußball schreiben. Und dann der FC Bayern, da rennt eh keiner hinterher außer ein paar Blöde.

Bob Ross (Chef der Combo Blechschaden und Unterhaching-Fan):
Ich bin gegen Musik, die gegen etwas ist. Wir spielen für etwas: für die SpVgg Unterhaching.

Lisa Fitz (Kabarettistin und kein FC-Bayern-Fan):
Ich habe den klaren Vorteil als Aktiv-Sportlerin, dass mich das nicht nur vom Sofa aus aufregt. Die Männer sitzen ja nur vorm Fernseher. Mir ist der FC Bayern zwar ziemlich wurscht, aber ich find' es immer gut, wenn ein bisschen Staub aufgewirbelt wird. Und die Toten Hosen haben da in eine Eiterbeule gestochen. Ich finde das bemerkenswert.

Martin Pölcher (Kabarettist von Valtorta, Bayern-Fan):
Im Prinzip sehe ich das ja genauso wie die Toten Hosen. Nur: Man sucht sich ja seinen Verein nicht aus, den bekommt man schon in der Kindheit mit auf den Weg. Wenn ich ein talentierter Spieler wäre, würde ich auch nicht zu den Bayern gehen. Insofern verstehe ich das Lied, es ist lustig. Hilft ja alles nichts.

Alexander Liegl (Kabarettist von Valtorta, Sechziger-Fan):
Obwohl ich eindeutig auf der blauen Seite bin, ist mir das Lied ziemlich egal. Es ist nicht besonders originell, auf die Bayern zu schimpfen, vor allem nicht auf die vom FC Bayern. Klar, das mit dem "FC Hollywood" mag seine Berechtigung haben. Aber das Schillernde an den Bayern ist ja auch eine Bereicherung, es macht die Liga lustiger. Ich bin Sechziger-Fan, aber kein Bayern-Hasser. Wenn sie allerdings gegeneinander spielen, ist die Sache klar.

Ottfried Fischer (Kabarettist):
Ich würde auch nicht zum FC Bayern gehen. Aber ich bin ja auch ein Sechziger. Ins Stadion würde ich vielleicht schon gehen. Aber der FC Bayern muss sich mal überlegen, was für ein Image er hat, das die Toten Hosen zu solchen Liedern veranlasst. Also ich finde das Lied lustig.

Christoph "Stofferl" Well (Musiker bei der Biermösl Blosn und Freund der Toten Hosen):
Die Burschen hätten das Lied nie gemacht, wenn sie unser Einverständnis nicht gehabt hätten.

Gerhard Polt (Kabarettist):
Ich würd' sowieso nicht zu Bayern gehen, weil ich spiel' eh Tennis. Das ist also gar nicht mein Problem, ich bin kein Fußballanhänger und schaue mir selten Spiele an. Die CD hab ich zwar schon, aber gehört hab ich sie noch nicht. Ob das Lied außerhalb Münchens ein Hit wird? Da bin ich mir gar nicht so sicher. Soweit mir bekannt ist, sind die meisten Bayern-Fans gar nicht aus München. Das ist eh erstaunlich: In der Nähe von Stuttgart gibt's Bayern-Fans, und zwar gar nicht wenig!

PROTOKOLL: fok, fjk, piz

aus der Süddeutschen Zeitung vom 11.12.1999

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